Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk Rosenheim

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Stichwort: Partnerschaft Lupembe

Lupembe 2018: Der Delegations-Blog – Eindrücke und Bilder unserer Ausgesandten täglich direkt aus Tansania

10. August - Aussendung der Delegation nach Lupembe/Tansania

Am Sonntag, 12. August werden Anett Loth, Cornelia Opitz, Michael Radtke und Thomas Löffler zu ihrer Partnerschaftsreise nach Lupembe ausgesandt. Der Segen wird der Delagation im Gottesdienst in Brannenburg (10.30 Uhr) durch Pfarrerin Hannah von Schröders zugesprochen. Am 15. August beginnt die Reise. In diesem Blog werden wir dann möglichst einmal am Tag von unseren Eindrücken und Begegnungen berichten.
Thomas Löffler, Pfarrer

13. August - Aussendungsgottesdienst

Herzlichen Dank an alle, die uns im Gottesdienst begleitet haben und/oder gestern an uns gedacht haben. Pfarrerin Hannah von Schröders hat uns mit guten Worten gesegnet: „Bis wir uns wieder sehen halte Gott dich schützend in seiner großen Hand.“
Neben Segen und guten Wünschen haben wir auch noch jede Menge Briefe und Geschenke für unsere Freunde in Tansania erhalten. Jetzt wird probegepackt!

15. August - Los geht's

Heute Abend heben wir ab. Mit im Gepäck, neben Geschenken und dem persönlichen Bedarf: Wir wissen dass wir zu Glaubensgeschwistern fahren. Die in ihrer Sprache, in ihrer Kultur die Gute Nachricht weitertragen. Bwana akubariki, der Herr segne dich.

16. August - In Daressalam

Dank der freundlichen Nachsicht vieler Flughafenmittarbeiter in München, Abu Dhabi und Daressalam haben wir unser Übergepäck doch kostenfrei transportieren können. Mitbringsel und Geschenke haben auch Gewicht. Der Grenzbeamte in Dar fragt: Wie viele Fußbälle haben sie denn dabei? Ich antworte:10. Sind Geschenke für Schulkinder. Darauf er: You are welcome, Sir. Wir werden auch persönlich willkommen geheißen, aber davon.morgen mehr (wenn es Netz gibt)

17. August - Happy at last

Eigentlich sollte sie uns gestern schon am Flughafen abholen: Happy Mila, unsere Übersetzerin. Irgendwas ist ihr dazwischen gekommen. Es erwarten uns ihre Schwester Hilda und deren Freundin Nancy, angehende Juristinen. Yes, Happy will be coming later! Heute morgen kam sie dann. Großes Hallo! Happy wird uns begleiten, übersetzen und so die Begegnungen vertiefen. Klar dass wir jetzt happy sind. In ein paar Stunden geht’s weiter mit der Tazara Eisenbahn. Von Dar nach Makambako.

18. August - Chipsies und Co

Ich liebe streetfood. Sagt Happy und nimmt uns mit auf einen Ausflug in kulinarische Welten, die europäischen Mägen eher fremd sind: In Fett gebackene Chips mit Rührei, in Öl gesottene Reisbällchen, Auszogne, tanasanische Krapfen, Ziemlich frisches Huhn, als Suppe oder auf Chips, auch fritierter Fisch ist im Angebot. So gestärkt überstehen wir auch einen bisher sechsstündigen Aufenthalt: Beim vorhausfahrenden Zug ist ein Wagon umgekippt. Die Strecke wird geräumt, Ende offen . Noch zwei Stunden?
Noch ein Tag? Umkehren? Alle Meinungen sind im Angebot. Unsere Partner warten geduldig im 200 km entfernten Makambako. Auch die Passagiere bleiben gelassen: Sie wissen das Leben hält immer wieder, nein nicht Probleme, sondern Herausforderungen bereit No problems, but challanges. Unsere Mägen haben die streetfood challanges übrigens gut überstanden.

19. August - Lupembe. Endlich!

Im Zugabteil bringt es Anett dann doch auf den Punkt: Irgendwann hat der Spass ein Loch. Die Tazara Bahn steht seit knapp 12 Stunden und wir in ihr. Ein Spaziergang ins nahe gelegene Dorf zum Tee trinken. Zum Schauen: Eine Hochzeitsgesellschaft auf Motorrädern, eine mobile Bank in einem Laster. Dann fährt der Zug endlich an. Um 3 Uhr morgens steigen wir in Makambako aus. Erwartet von Freunden. Das Dankgebet kommt von Herzen. Nach drei Stunden Schlaf und (Hurra) einer Dusche fahren wir nach Lupembe. Hier begrüßt uns Dekan Boazi Mbiliny mit seinen Mitarbeitern. Frau Wirth: viele Grüße von Dekan an Dekanin.

20. August - Du sollst nicht bestehen

Die Trauer und der Zorn sind Jane Nyaguani anzuhören. Sie arbeitet als Leherin. Immer wieder hat sie das Glück, begabte und talentierte Kinder zu unterrichten. Oft aber bestehen diese die Aufnahmeprüfungen nicht und können daher die weiterführenden Schulen nicht besuchen. Es sind, erzählt sie, oft die Eltern die ihren Kindern befehlen: Do not pass! Du sollst nicht bestehen. Warum? Weil sie sich die Kosten für Schule, Schulessen, Schulbücher, Kleidung etc. nicht leisten können. Es ist, nicht nur für Jane, zum Heulen. Schlaue begabte Kinder, denen das Einzige vorenthalten wird, das einen Weg aus Armut weist: Bildung. Dann wendet sie sich direkt an uns und Euch im Dekanat Rosenheim: Danke, dass ihr (über den Schulgeldfonds) für viele Kinder die Kosten für Bildung bezahlt. You change peoples life! Auch das ihrer Kinder übrigens: Die Älteste ist an der Uni.

21. August - Ausgestoßen

Heute kommen uns die Tränen. Wir wollten es nicht anders. Wir baten um einen Blick auf die diakonischen Herausforderungen hier. Wir bekommen ihn. Zwei Geschichten: Auf einem kleine Hof kauert die gebrechliche Urgroßmutter, daneben die auch alten Großeltern. Sie kümmern sich um Atu, 24 Jahre. Geistig behindert und kaum in der Lage zu gehen. Die Hände schwielig vom Kriechen. Die Eltern haben sie nach der Geburt verstoßen, verlassen. Schulbildung oder Förderung: keine. Medizinische Versorgung: keine. Was aus ihr wird nach dem Tod der Alten: ungewiss. Die Gemeinde unterstützt mit Lebensmitteln.
Auf dem Bild seht ihr eine Frau, die seit fünf Jahren mit einer schmerzenden Wunde am Bein in ihrer winzigen Hütte sitzt. Sie kann nicht für sich sorgen. Die Wunde wird größer, sie eitert. Keine Familie, aber im Alltag steht ihr eine Nachbarin bei. Anett hilft mit Verband, Antibiotika, Salbe.
Wer keine Familie hat hat kaum Unterstützung. Sozialstaat gibt es nicht. Die Kirche versucht zu helfen, aber es gibt zu viele Arme, Ausgestoßene, Aidswaisen…
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Sagt Jesus. Heute fragen wir uns und Euch was diese Worte für unsere Partnerschaft bedeuten

22. August - Unter Frauen

Pfarrerin Nuru Kahwili, aus Njombe erzählt von ihrer Arbeit. Mit Frauen bespricht sie Gesundheits- und Erziehungsfragen. Sie klärt über Frauenrechte auf. Dabei helfen ihr Biblearbeiten, in denen starke biblische Frauengestalten im Mittelpunkt stehen. Sara, oder Rut. Auch arbeitet sie mit Aidswaisen. Diese werden manchmal als Neugeborene in Mülleimer gefunden oder vor der Kirche abgelegt. Bis zum Ende der Grundschule werden sie in einem kirchlichen Haus betreut. Die zehn Plätze teilen sich dreißig Kinder. Halbwaisen, wenn der überlebende Elternteil sich nicht kümmert, finden bis zum dritten Lebensjahr in einem anderen Haus Zuflucht. Danach leben sie bei Verwandten.
Es war ein vertrauensvolles Gespräch unter Frauen. Danke Pfarrerin Nuru Kahwili, Anett und Cornelia

23. August - RIP

Beim Frühstück die Ansage: Um 11.00 Uhr fahren wir zu einer Beerdigung. Pastor Thomas, du wirst predigen. Gestorben ist Philipo Ndelwa, ein siebzigjähriger Mann, ein geachtetes Mitglied der Gemeinde. Vier seiner acht Kinder sind gestorben, die drei Töchter, der Sohn mit den Familien richten die Bestattung aus. Am Sarg vor dem Tareuerhaus sammeln sich ca. 400 Menschen. Wir werden als Ehrengäste begrüßt. Die Klage wird lauter. Der Ortspfarrer beginnt mit der Liturgie, Lesungen, Gebete, ein Chor singt. Dann der Gang zum Friedhof. Das Grab ist ausgehoben, der Sarg wird eingesenkt, das Grab zugeschaufelt. Der deutsche Pfarrer hält die Ansprache, Happy übersetzt. Ein Lebenslauf wird verlesen, Reden werden gehalten, das Vaterunser gesprochen, der Segen gesprochen. Die Pfarrer stecken das Kreuz in die Erde. Wenig später Leichenschmaus im Trauerhaus, alle sind dabei.
Ja, es gibt Unterschiede zwischen uns, in der Emotionalität zum Beispiel. Aber: Als Christen hier wie zu Hause bestatten wir einen Menschen, im Vertrauen auf die Auferstehung von den Toten. Wir trauern, wir erinnern uns. Philipo Ndelwa, Ruhe in Frieden.

24. August - Power in the Name of Jesus

Fahrt in die Kirchengemeinde Idamba, 1979 geegründet, 570 Kinder, 684 Erwachsene. Pfarrer Nehemia, nach einem Unfall gehbehindert, hat Kraft und Visionen. In eine entlegene Gegend seiner Gemeinde geht er regelmäßig vier Stunden zu Fuß, um Nichtgläubigen das Evangelium zu bringen. Essen bringt er mit, so darf er in die Häuser eintreten und predigen. Fünf Personen hat er letzten Samstag getauft. Ein Pfarramt und ein Kindergarten müssen gebaut werden. Außerdem will er für das ganze Dorf die Wasserversorgung mittels einer Pumpe vom Fluss aufbauen. Die ganze Infrastruktur kostet ca. 3000€. Er steht aufrecht, seine Augen leuchten, das alles wird Geschehen im Glauben an Jesus Christus. Diesen Glauben verkündet auch ein leidenschaftlich tanzender, inspirierter Chor, der uns mitreißt. Ach ja, der wird noch ein Keyboard bekommen. Eine CD hat er schon aufgenommen. Wir bringen eine mit.

25. August - Bartimäus in Matembwe

Grundschule Matembwe, 300 Kinder stehen gespannt im Schulhof. Schuluniform: blaue Hose, weißes Hemd, lila Pulli, manchmal zerrissen. Erwartungsvoll schauen sie mich an. Von Bartimäus erzähle ich. Konzentriert und gefesselt hören alle zu, die Großen und die Kleinen. Happy übersetzt. Dann rufen alle mit Bartimäus: „Jesus, unisaidje, hilf mir!“
Schule in Tansania, das sind hier 600 Kinder, 10 Lehrkräfte, ein Schulleiter. Direktor Lemzi erzählt:“ 40 Kinder fehlen täglich. sie spielen lieber im Wald oder helfen ihren Eltern auf dem Feld.
Oft fehlt Geld für Essen, Schulbedarf oder Kleidung. Für Kinder heißt Schule auch: Schule putzen, Kleider waschen, beim Kochen helfen.
Gottes Liebe ist so wunderbar singen wir. Sehr schnell habe sie den Text gelernt und singen fröhlich mit.

26. August - Gesegneten Sonntag

Wir sind, sagt Gideon, schwitzende Männer. Wir arbeiten vom früh bis spät. Das stimmt, und es gilt auch für die Frauen. Die kleinen Farmen auf dem Land erhalten das Leben, reich machen sie nicht. Wasser und Holz holen, auf dem Acker schuften, auf offenem Feuer kochen… der Alltag ist hart
Der Sonntag hat einen anderen Takt. Da wird die Gemeinde von der Knechtschaft der Mühsal erhoben. Die Teilnehmenden erfahren sich als Kinder Gottes. Der Gottesdienst ist der Ort befreiender Erfahrung. In Gebet, leidenschaftlichen Chorgesang, im Teilen des Wortes und im Brechen des Brotes geht der aufgerichtete Blick nach oben. Gemeinschaftliche Erfahrung: Wir sind Gesegnete in Jesus Christus. Wir durften dabei sein. Gott sei Dank.

27. August - Gideon Ndelwa, zum Ersten

Bauer auf einer kleinen Shamba gleich neben dem Dekanat. Das ist Gideons erster Beruf. Er baut an: Kartoffeln, Mais, Möhren, eine Art Spinat, hier heißt sie China, Erbsen, Bohnen Alles von Hand. Jede Ackerfurche von Hand gezogen, jede Pflanze von Hand gesetzt, einzeln bewässert. Maschinen kann sich hier keiner leisten. Eine Familie bebaut was von Hand bebaut werden kann. Es reicht, einigermaßen zur Eigenversorgung. Cash crops sind nicht drin.
Gideon Ndelwa, Bauer in Lupembe wie Generationen vor ihm.

27. August - Gideon Ndelwa, zum Zweiten

Kirchenpfleger mit Visionen. Das ist Gideons zweiter Beruf. Das Gemeindehaus in Lupembe: fertig gebaut. Das neue Dekanatsgebäude: bezogen. Den uralten Traktor, der seit Jahren rumstand: Zum Laufen gebracht. Ein Nähprojekt für die Frauen: geplant. Seine Shamba: Vorzeigeprojekt für Wechselfruchtanbau. „Seine“ Pfarrer hätte er gerne moderner, ausgerüstet mit Laptop. Das wird dauern. Wer sein Haus betritt sieht: Zwei Computer, Epson Drucker, Kopierer. In seinem Wohnzimmer bringt er der Dorfugend Computerkenntnisse bei: Word, Exel, die basics eben.
In Wohnzimmern wie diesen wird die Zukunft Tansanias geboren.
Ach ja: Gideon Ndelwa hat dem Dekan das Autofahren beigebracht.

28. August - Tee trinken

Sie funktioniert wie eine Molkerei bei uns: Die Ikanga Tea Company in der Nähe von Lupembe. Rund 2500 Bauern aus der Gegend von Lupembe liefern hier den Tee ab, den sie auf ca 635 ha Teeplantagen anbauen. Auch das Dekanat Lupembe liefert den Tee seiner Plantagen an die Fabrik. Tee pflücken, oft in steilem Gelände, ist anstrengende Arbeit. Die Bauern erhalten pro Kilo Teeblätter 314 Schilling, das sind ca. 15 Eurocent. Aus vier Kilo Teeblättern wird ein Kilo Tee. 2.6 Millionen Tonnen Tee werden in Ikanga verarbeitet, das Meiste als hohe Qualität für den Export. Während der Erntezeit gibt die Fabrik 100 Menschen Arbeit. Sie erhalten im Monat ca. 50 Euro als Lohn. Wir rechnen. Für meine 500 Gramm Tee wurden 2 Kilo Tee verarbeitet. Der Bauer hat dafür 30 Cent erhalten. Lasst uns mal über Wertschöpfungsketten nachdenken. Und fairtrade kaufen.

29. August - Lippenstift, Nagellack und Co

Verhütung, Sexualität, Frauenkrankheiten: Darum geht’s. Wir Frauen sind unter uns. Ich erzähle von mir, meiner Ausbildung, Familienplanung, Berufstätigkeit. Neugierig, auch schamhaft schauen sie mich an, die Weiße aus dem fernen Ugerumani. Sie zögern, manche Themen sind sehr intim. Happy bietet an: Wer was sagt, kriegt einen Lippenstift. Das Eis bricht, die Frauen lächeln. Ich vertrage die Pille nicht, sagt Eine. Die Andere, dass sie nicht schwanger wird, hier ein großes Unglück. Eine Dritte dass sie ständig Blutungen hat. Anett berät die Frauen, soweit möglich. Ob die Kosmetika verhext sind, will eine alte Frau besorgt wissen. Ausführlich erklärt Happy deshalb die Verwendung von Lippenstift, Nagellack und Co. Die Bedenken sind zerstreut.
Frauenleben in Tansania: das ist auch die Spannung zwischen Tradition und Moderne, jung und alt, Hexenglauben und Lippenstift, Nagellack und Co.

30. August - Hier werden Sie geholfen

Eine Mutter kommt mit ihrem zweijährigen Sohn zu uns. Sie bittet um Hilfe. Der Junge hat am Schienbein ein großes eitrig-verkrustetes Ekzem. Die Medizin des Arztes in Lupembe hat nicht geholfen. Nachmittags fahre ich die Beiden in den Nachbarort Matembwe. Dort ist eine katholische Krankenstation. Zwei junge Männer mit Lederjacken stehen mit ihren Motorrädern am Eingang. Zur Anmeldung werden wir von einem Zimmer zum Anderen geschickt. Endlich das Behandlungszimmer. Einer der Lederjacken sitzt jetzt hinter dem Schreibtisch. Ein Arzt? Ein Pfleger? Nach einem kurzen Blick aufs Bein schickt er uns zur Blutabnahme. Mit einem alten Einweghandschuh wird der Arm des Jungen abgebunden. Beim zweite Versuch fließt Blut, der Junge schreit. Ins Labor kommt das Blut nicht. Die Wunde wird abgetupft, er bekommt eine Spritze in den Po. Was gespritzt wird? Wir wissen es nicht, auch mit Happy wird nicht gesprochen. Wir kaufen noch ein wenig Medizin, das war’s. Die Jungs stehen wieder in Lederjacken bei ihren Bikes. Hier werden Sie geholfen? Hoffentlich.

31. August - Ja, ich will

Eine kleine Kirche auf dem Land, ein paar Steinhäuser drum herum. Hochzeit. Mit Chorgesang wird das Brautpaar, Israel, 28, und Hidayaa, 18, in die Kirche geleitet. Er schaute ernst, sie verangstigt. Drei Kühe haben die Eltern des Bräutigams als Brautpreis bezahlt. Eine Anerkennung der guten Erziehungsleistung der Brauteltern.Der Gottesdienst folgt einem festen Ritus, unserem ähnlichl. Der Chor aus Ituli singt und tanzt mitreißend. Unterstützt von Happy und Cornelia halte ich die Traupredigt. Unser kleines Bibliodrama wird mit Lachen und Applaus bedacht. Beim Ringtausch kniet die Braut vor dem Bräutigam. Dann sagen beide: Ja, ich will. Beide Elternpaare halten Reden, die Familien sind nun verbunden. Unter Gesang zieht eine bunte Gesellschaft zum Ort der Feier. Die Hochzeitsladerin macht Stimmung, der Hochzeitskuchen wird geteilt. Die, man munkelt hundertjährige, Großmutter legt, auf eine Stock gestützt, ein hinreißendes Tänzchen hin. Wir müssen gehen, leider. Würde mich einer fragen, ob ich noch bleiben möchte, ich würde sagen: Ja, ich will.

1. September - Für Euch

Eine lange Autofahrt auf roten dustroads über kleine Pässe. In der Ferne verschwinden Hügelketten im bläulichen Licht. Wir passieren kleine Dörfer, Maisfelder, Pinienwälder, Bananenplantagen, Brachland. Wir biegen von der Straße auf einen Feldweg ab. Ein paar Säcke mit geerntetem Ingwer versperren den Autos den Weg. Den Rest gehen wir zu Fuß. Wir kommen zu einer Ananasplantage, auf der ich vor vier Jahren schon Mal war. Auch die Jugenddelegation hat hier gearbeitet. Jetzt liegt sie brach. Die Pflege der Pflanzen kostet rund 400 €, der Ertrag beliefe sich auf 150 €. Klare ökonomische Entscheidung. Wir gehen weiter. Ein weites Tal öffnet sich. Hier bauen unsere Partner Pinien an. Nicht für sich. Für das Dekanat Rosenheim. Ihm wird der Ertrag gehören. Um hier für unser Dekanat zu arbeiten, müssen Gemeindeglieder von Igombola weit, sehr weit gehen. Wir sind sehr berührt. Es geht um die Geste und auch um den Stolz: Das hier ist für Euch in Rosenheim. Danke.

2. September - Gesegneten Sonntag

Die Elenden, so sagt es die Tageslosung, sollen essen, dass sie satt werden. Und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen.
Wir haben viel Elend und Not gesehen in diesen Tagen. Verlassene Kinder, kranke Alte, AIDS Waisen. Und viel Glaubensüberzug haben wir erlebt. Eine Kraft, die im Glauben gründet und das Mögliche in Angriff nimmt. Landeskirchliche Depression war nirgends. Stattdessen das alte Wissen, dass das Preisen des Herrn und die Speisung der Elenden zusammen gehören. Das gilt auch für uns. Auch bei uns gibt es elende Zustände. Als Sozialarbeiter weiß Michael das ganz genau. Und erzählt davon. Wir wünschen Euch aus der Ferne einen gesegneten Sonntag.

3. September - Es wird Zeit für uns zu gehn

Tanasanische Gastfreundschaft. Wir haben sie gute zwei Wochen genießen dürfen. Auch kulinarische Gastfreundschaft. Wir aßen Bananen in vielen Variationen, Reis, Kartoffeln, Chips, hartes Ei, Omlett, Tomaten, auch als Salat, Gemüse, Huhn, Rind, Schwein, selbst gebackenes Brot, Ananas, Melone, Papaya, Avocado… Manchmal konnten wir bei einem Gemeindebesuch nicht mehr. Das geht gar nicht. Die besorgte Hausfrau flüsterte mit Hosea, der uns freundlich beschied: Your must eat. Zumindest ein bisschen. Jedes Essen, jedes warme Wasser wird auf offenem Feuer zubereitet. Die Frauen im Dekanat standen ab 5.00 morgens in der Kochhütte. So hatten wir ab halb sieben warmes Wasser zum Duschen, um acht gab’s Frühstück.
Wir bedanken uns herzlich. Bei den Frauen im Dekanat. Bei den Männern, allen voran Dekan Boas, Gideon und Hosea. Sie haben uns viel von ihrem Leben gezeigt: Gemeinden, Schulen, Gottesdienste, Kasualien. Als Pfarrer war ich bei Hochzeit, Beerdigung und Taufe gefragt. Wir haben Bibelarbeiten gemacht. Als Lehrerin hat Conny unterrichtet. Eine Partnerschaftsvereinbarung kam zustande. Wir danken auch Happy Mmila. Sie war als Übersetzerin und Kulturbotschafterin so wichtig! Wir freuen uns darauf, Euch zu Hause viel zu berichten.

4. September - Bus Botschaft

Von Tansania nicht nur nach Chemnitz…

5. September - Kwa herini - Auf Wiedersehen

Der Blog schließt. Freitag morgen sind wir hoffentlich wohl behalten zurück. Für Euer Interesse bedanken sich Thomas Löffler, Anett Loth, Cornelia Opitz und Michael Radke.

Rosenheim 2016: Der Delegations-Blog – Eindrücke und Bilder unserer Ausgesandten täglich direkt aus Rosenheim

Seit dem 17. Juli ist eine 8-köpfige Jugendgruppe aus dem Partnerdekanat Lupembe in Tansania zu Gast bei der Evangelischen Jugend im Dekanatsbezirk.
Der Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus in Mietraching fungiert als Quartier für die Gruppe, die nun bis zum 8. August die bunte Vielfalt des kirchlichen Lebens unserer Region erleben wird. Am Sonntag stand bereits die offizielle Begrüßung anlässlich des Kampenwand-Gottesdienst auf dem Programm. Jugendreferent Diakon Daniel Hutmacher hat mit den hiesigen Jugendlichen neben Betriebsbesichtigungen, Sport und Begegnung unter anderem auch die Teilnahme am Kinderzeltlager in Königsdorf eingeplant. Ein Schwerpunktthema der Begegnung ist der persönliche Einsatz zum Klimaschutz.

Es ist wieder so weit, eine neue Gruppe Jugendlicher macht sich heute (1.8.2017) auf den Weg zu unseren Partnern im Dekanat Lupembe / Tansania. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Segen am Sonntag im Gottesdienst in Wasserburg von Dekanin Wirth gespendet und nun sind die acht Jugendlichen gespannt auf die vielfältigen Erfahrungen, die in den nächsten vier Wochen folgen werden. ... weiterlesen

Die Delegation hat ein eine kurze Meldung geschickt, dass Sie gut in Daresalam gelandet ist. Jetzt geht es auf dem Landweg weiter.

Hoffentlich diesmal unfallfrei ;-))

In Tinning liegt die Gärtnerei von Pummerers. Mit dem Pflanzen und Hegen von Eßbarem kennen sich die Gäste aus Tansania aus. Sabine Pummerer erklärt, was ökoligischer Landbau für Kriterien zu erfüllen hat. Erzählt von den Hummeln, die zum Bestäuben in der Gärtnerei mitarbieten. Von den Herausforderungen durch Schädlinge und wo man ihre natürlichen Feinde einkaufen kann. Wir Reden über Lagerung und Reifezeiten der verschiedenen Früchte. Ganz konkret wird es dann beim Kochen der Gemüsesuppe. Erkenntnis geht durch den Magen und schmeckt lecker.
Nun gefiel es Gott, ein paar hundert Meter weiter einen See hinzusetzen. So konnten die Gäste bairische Badefreuden studieren. Auch Wasser macht Spaß. Ach, hätten wir nur alle Badezeug! Vor dem Schwan braucht man keine Angst zu haben, Respekt reicht aus.
In Prien wird am Abend dann der Abschlussgottesdienst gefeiert mit Dekanin Wirth und Kalle Wackerbarth. Die Gäste werden bei den Lesungen, beim Abendmahl und den Fürbitten aktiv. Danach Dank und Geschenke. Michael Kraus sei besonders gelobt. Er übersetzte bis die Zunge fusselig wurde. Eins – zwei – drei!
Dann musste noch einmal gefeiert werden, denn morgen endet diese Begegnungsreise. Höhepunkt: Boarisch getanzt. In Yohanna Bimbiga steckt ein Platteltalent. Viel Spaß und einige Abschiedstränen. Mö

Pfarrer Graupner eröffnete den Tag mit einem Morgengebet in der Mutterkirche aller Rosenheimer: Karolinenkirche in Großkarolinenfeld. Er zeigte die liturgische Seite unserer Kirche. Sodann erläutere Dieter Dürr die historische Seite der Gemeindegründung: Der Protestantismus macht sich auf den Weg in bairische Kernlande.
Die Bibelarbeit zu Matthäus 25 ergab interessante Standpunkte über den Auftrag den Geringsten zu dienen. Wo liegt die Grenze der Gnade, die Grenze der Liebe?
Dann kosteten wir einen schön gedeckten Mittagstisch im Pfarrgarten. Überraschenderweise gab es mal Semmelknödeln.
Die Verwaltungsstelle in Rosenheim erwies sich nachmittags als sehr spannend für Mitglieder einer Kirche, die sich mehr organisieren muss und versucht, eine funktionale Bürokratie zu entwickeln. Herr Mühlberger powerpointete, was und wie Verwaltungsstelle so geht; Helmut Franke zeigt Fundraising als Gemeindeaufbau. Applaus für die Verwaltung!
Der Abend brachte einen Rückblick und eine erste Auswertung mit den Gästen in Großkaro. Das Konzept der wechselnden Standorte hat sich bewährt und einen umfassenden Eindruck unseres vielfältigen Dekanats vermittelt. Die Gäste fanden, dass Grillen die Partnerschaft stärkt. Dieter Dürr setzte sich dem Rauch aus und machte sich zur Freude aller am Grill verdient. Der Star des Abends hieß jedoch Anselm. Er verzauberte die Damen aus Tansania bzw. Kenia und die Fotografen. Mö

In Prien unterrichtet uns Frau Hübner über den Tourismus in Prien. Zahlen und Bilder. Und im Kopf die Frage, was denn in Lupembe möglich wäre. Gibt es dort Gasthäuser? Gibt es neben der evangelischen Kirche weitere Sehenswürdigkeiten? Und was macht der Tourismus mit einem Ort?
Christine Wackerbarth erzählte von ihrer Arbeit in den Kliniken und führte die Gruppe ins Labyrinth.
Nach vielen Informationen stiegen wir aufs Boot und genossen das bairische Meer. Zunächst auf Herrenchiemsee. Was sich Herrscher mit ihren Prachtbauten so alles einfallen lassen! Und das an dem Platz, von dem die Mission des Bayernlandes eingeleitet wurde! Dann entdeckten wir Frauenchiemsee, Blumen, das Schatzkästlein von Kirche… Allerdings auch Zeit für eine Rast und Erfrischung. Infos, wem denn die Kirche gehöre und wo die evangelsiche sei, gab Pfarrer Wackerbarth.
Der Abend endete in Urschalling. Hans-Jürgen Schuster bewies sein Küchentalent und servierte bairisches Ugali, auch als Semmelknödel bekannt. In der Jakobuskirche bestaunten wir mehrere Jahrhunderte Ikonographie, u.a. die Dreifaltigkeit. Dort sangen wir und gingen gesegnet aus dem Tag. Mö

Partnerdekanat Lupembe
Was Sie hier sehen können ist das Haus des Dekans in Lupembe/Tansania unserem Partnerdekanat.
Die Jugenddeligation 2013 half mit das Fundament aufzuschütten und nun wird weitergebaut.
Mit den Spenden(Kollekte) am Rogatesonntag, die im ganzen Dekanat Rosenheim gesammelt wurden, konnte weitergebaut werden.
Für diesen Sonntag hatten wir Fürbitten aus Lupembe bekommen und wir Gemeindemissionsbeauftragte schickten auch welche nach Tansania. So beteten wir füreinander und miteinander. Danke für Ihre Spende am Rogatesonntag.