Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk Rosenheim

Dekanatssynode tagte in Ebersberg

Pfr. Roger Busch, Dekanin Hanna Wirth, Pfr. Edzard Everts

Dekanatssynode erlebt Realsimulation: Erste Stunde Sprachunterricht in Afgahnistan

Stellv. Landrat und Bürgermeister Walter Brilmayer (2.v.R.) im Gespräch mit dem Synodenpräsidium Martin Busch, Peter Selensky und Dekanin Hanna Wirth

Am Samstag den 17. September 2015 war es wieder soweit. Das höchste kirchliche Gremium im Evang.-Luth. Dekanatsbezirk, die Dekanatssynode, traf sich zu ihrer Herbstsitzung diesmal in der Kirchengemeinde Ebersberg.

In der am Beginn stehenden Andacht, die der Ebersberger Pfarrer Edzard Everts gestaltete, erbaten die Synodalen den Segen für ihr Wirken an diesem Tag. In dieser Andacht wurde auch Pfarrer Roger Busch von Dekanin Hanna Wirth in sein neues Amt eingeführt. Seit dem 1. Oktober ist er als Pfarrer mit allgemeinkirchlichen Aufgaben im Teildienst innerhalb des Dekanatsbezirks im Einsatz und wird an den Stellen aushelfen wo es notwendig wird.

Nach der Begrüßung durch das Präsidium überbrachte der stellv. Landrat und Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer die Grüße von Stadt und Landkreis und dankte den evangelischen Kirchengemeinden Ebersberg und Grafing im Nordwesten des Dekanatsbezirk für die gute Zusammenarbeit. Ein Schwerpunktthema in dieser Zusammenarbeit ist momentan die Versorgung und Unterbringung von Asylsuchenden.

Bürgermeister Brilmayer sprach dieses Thema besonders an, weil in dieser Dekanatssynode das Schwerpunktthema Asyl auf der Tagesordnung stand. Bei seiner Begrüßung sagte Synodalpräsident Martin Busch, dass es vor zwei Jahren, als dieses Thema festgelegt worden ist, wohl niemand geahnt hatte, welche Brisanz es jetzt haben würde.

Geschäftsbereichsleiterin Susanne Podchul von der Diakonie Rosenheim und Sahid M. (Asylsuchender) gaben der Synode eine eindrucksvolle Schilderung der Situation von Asylsuchenden hier in unserer Region. Das Sahid M. nach zwei Jahre noch immer keine Anerkennung als Asylant hat, ist dabei nur ein trauriges Beispiel. Ein junger, intelligenter Mann, der wissbegierig und sehr nett ist, wird schlichtweg ausgebremst, nur weil ihm die Anerkennung fehlt. In einer Realsimulation vermittelte er den Synodalen einen Eindruck wie es wäre, wenn sie aus Deutschland nach Afghanistan geflohen wären und dort nun ihre erste Sprachstunde in Persisch erhalten würden. Ein erhellender Moment – man versteht nichts und weiß überhaupt nicht, was der Lehrer von einem will.

Mit den Informationen aus dieser Situationsbeschreibung und einer Zusammenfassung des kirchlichen Engagements im Dekanatsbezirk gingen die Synodalen in zwei Arbeitsgruppen und arbeiteten sich an zwei Fragestellungen ab. Wie gehen wir mit der „Ankommens-Situation“ und der „Bleibe-Situation“ um?

Am Ende des Diskussionsprozesses hat die Synode eine Handreichung für die Kirchengemeinden verabschiedet

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publ. am 21. Oktober 2015