Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk Rosenheim

Unter -manchmal- fremden Freunden

Heute besuchten wir die Gemeinde Ukalawa. Dort empfing uns – neben einem wunderbar singendem Chor- auch die Pfarrerin der Gemeinde. Die erste Pfarrerin hier die wir kennenlernen durften, in der Geschichte des Dekanats erst die dritte Frau auf einer Pfarrstelle. Deswegen wiesen wir bei der Vorstellung unseres Plakates ganz besonders auf die vielen Frauen in unserem Rosenheimer Kollegium hin. Nach dem Mittagessen aber ging es erst richtig los. Wir sollten das landwirtschaftliche Projekt der Gemeinde besichtigen. It´s not very far wurde uns versichert. Was dann aber folgte war eine einstündige im Höchstmaß abenteuerliche und für mich streckenweise durchaus beängstigende Fahrt auf einem Weg, der weniger war als ein Feldweg. Ausgewaschen und durch den Regen manchmal schlüpfrig schlängelte er sich durch die Berge, manchmal steil abfallend, manchmal an Abstürzen entlang auf denen der Jeep für mein Verständnis unangenehm schräg lag. Die Ausblicke auf endlose Hügelketten waren in ihrer Weite absolut einzigartig. Dann aber wieder mussten Kurven genommen werden, so eng, dass auf engstem Raum rangiert werden musste. Am Ende waren wir da und unsere Gastgeber deuten stolz auf 50 ha Hügel, Gebüsch und Gestrüpp: Dieses unbebaute Land in the middle of nowhere soll also in wenigen Jahren Ananas, Mangos, Avocados und Pinien wachsen lassen und so zum Unterhalt der Gemeinde beitragen Aber nach dieser Fahrt bin ich nicht ganz aufnahmefähig. Auf dem Rückweg geht zu allem Überfluss auch noch die Lichtmaschine des Jeeps kaputt, auch das Getriebe gibt beängstigende Geräusche von sich, so dass wir nur gaaaanz langsam nach Lupembe zurücktuckern können. Der westlich geprägte Verstand fragt: Hat’s das gebracht? Vier Stunden aufregende Fahrt um einen Hügel anzuschauen, ein reparaturbedürftiger Jeep dazu? War das wirklich nötig?
Unsere Gastgeber scheinen hingegen der Meinung zu sein, dass das absolut gut war so. Sie haben uns keinen unbebauten Hügel gezeigt sondern eine werdende Farm. Kein Niemandsland, sondern die Zukunft der Gemeinde. Entsprechend fröhlich sind sie bei der Rückfahrt und der kaputte Landrover ist offensichtlich ein für dieses Ergebnis lohnendes Opfer.
Ganz herzliche Grüße von uns allen, die wir durchgeschüttelt aber heil nach Lupembe zurückgekommen sind. Euer Thomas Löffler

publ. am 1. November 2014