Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk Rosenheim

Kirchengemeinden

Aschau-Bernau Bad Aibling Bad Endorf Brannenburg Bruckmühl Ebersberg Grafing Großkarolinenfeld Haag Kolbermoor Oberaudorf-Kiefersfelden Prien Rosenheim Stephanskirchen Wasserburg

Neuigkeiten

Informationen aus dem Dekanatsbezirk

Aktuelles

Struktur

So ist der Dekanatsbezirk aufgebaut

Ansprechpartner

Themen

Was uns beschäftigt

Überblick

Gemeinsamer Evangelischer Jahresempfang von Kirche und Diakonie Rosenheim

Das Jahr 2013 der Lutherdekade steht unter dem Motto „Toleranz und Reformation“, ein Motto, dass nach Meinung von Dekanin Hanna Wirth gut zu der engen Beziehung von Diakonie und Dekanat Rosenheim passt. Daher lud sie gemeinsam mit Peter Selensky, Vorsitzender des Diakonischen Werks Rosenheim, zum ersten gemeinsamen Jahresempfang

„Toleranz ist Basis unseres Zusammenlebens“
Gemeinsamer Evangelischer Jahrsempfang von Kirche und Diakonie Rosenheim

Das Jahr 2013 der Lutherdekade steht unter dem Motto „Toleranz und Reformation“, ein Motto, dass nach Meinung von Dekanin Hanna Wirth gut zu der engen Beziehung von Diakonie und Dekanat Rosenheim passt. Daher lud sie gemeinsam mit Peter Selensky, Vorsitzender des Diakonischen Werks Rosenheim, zum ersten gemeinsamen Jahresempfang. 2013 sei auch ein ganz besonderes Jahr für den Dekanatsbezirk Rosenheim, betonte Martin Busch, Präsident der Dekanatssynode Rosenheim anlässlich der Begrüßung von rund 230 geladenen Gästen im ZAK- dem Zentrum für Arbeit im Klepperpark. „Vor 80 Jahren, am 29. Januar 1933, trat Pfarrer Franz Schmid als erster Dekan sein Amt in Rosenheim an“. Zwei Tage später begann für „Deutschland der Weg in die Dunkelheit und die Tyrannei“, so Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in ihren Grußworten. Sie dankte für „den Einsatz, den die evangelischen Kirchengemeinden für die Stadtgesellschaft erbringen und für die gelebte Nächstenliebe, die die Arbeit der Diakonie in der Stadt und der Region auszeichnet“. „´Evangelisch in Rosenheim`, das bedeutete auch im Jahr 2012, eine Kirche zu gestalten, die auf die Menschen zugeht, zuhört und sich der tatsächlichen Anliegen annimmt“, so Bauer die in treffenden Worten anschließend die Bedeutung von Toleranz für das Zusammenleben in der Gesellschaft darlegte. „Tolerare“ – das bedeutet übersetzt aus dem Lateinischen – dulden, ertragen, aushalten – „Toleranz“ ist somit Nachsicht üben und gelten lassen anderer Überzeugungen, fremder Sitten oder Gebräuche. Toleranz zu leben in einer Stadtgesellschaft sei oft Schwerstarbeit, wie Bauer betonte. Vor allem hinsichtlich der Anerkennung von anderen Kultur- und Glaubensgemeinschaften und anderen Lebensvorstellungen falle das oft schwer. Das „bloße Dulden, das Gewähren lassen, das Zeigen von untätigem Desinteresse an denen, die sich von uns durch Sprache, Kultur und Gebräuchen unterscheiden, kann nicht der Weg sein“, betonte das Stadtoberhaupt. Allerdings müsse auch derjenige, der Toleranz erwartet, zugehen auf den, in deren Mitte er künftig leben will. Um den schmalen Grad zwischen Anerkennung und Gleichgültigkeit zu bewältigen und um Fremdheit nicht in Ablehnung umschlagen zu lassen, brauche es das „Engagement der Kirche und das offene, liebende Herz der Christen, die sie bilden“, so Bauer abschließend.
„Was bedeutet Toleranz für die evangelisch-lutherische Kirche?“. Diese Frage stellte Peter Selensky, Vorsitzender des Diakonischen Werkes Rosenheim, in einem thematischen Podiumsdialog zum Thema „Toleranz“ Dekanin Hanna Wirth, des Dekanatsbezirks Rosenheim. Toleranz bedeute etwas aushalten, etwas erdulden und sei eng verknüpft mit dem Begriff „Liebe“ – den anderen sein lassen, wie er ist. Dafür brauche es freie und starke Menschen. Als Maß für Toleranz zitiert Wirth aus der Bibel Jesu „Das, was du willst, dass man dir tue, das tue auch an deinem Mitmenschen“.
Selensky stellte in dem Dialog heraus, dass Toleranz ein dynamischer Prozess sei. Man müsse lernen, den anderen zu achten, aber auch für die eigene Sache einstehen, das Ziel nicht aus den Augen verlieren und Grenzen setzen. „Toleranz ist die Basis unseres Zusammenlebens“, so Selensky und sie werde laut Innenminister Hans-Peter Friedrich von zwei Säulen getragen: „Offenheit und Neugierde, sowie Klarheit über die eigene Identität“. Die Aufgabe der Kirche sei es, Freiheit zu lehren, denn Freiheit steht hinter Toleranz, und Solidarität zu leben. Toleranz einzuüben, am besten schon im Kindesalter, beginne im Kopf. „Ich muss erkennen, ich bin nicht das Zentrum der Welt“, so Wirth oder nach Tucholsky: „Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat“. „Selbst der Mensch, der schlimmste Taten plant oder verübt, bleibt Mensch, von Gott geliebter Mensch.“ Das ist kein Spaziergang. Zusammenleben gelingt nur mit gemeinsamem Bemühen“, so Wirth.
„Hinter Toleranz müssen Menschen stehen. Wir alle sind die Gesellschaft. Toleranz ist eine Haltung und sie lebt aus dem Vorbild, das wir geben“. Mit dem Zitat von Voltaire,„Was ist Toleranz? Sie ist die schönste Gabe der Menschlichkeit. Wir sind alle voller Schwächen und Irrtümer; vergeben wir einander unsere Dummheiten“, beendete Selensky den Dialog.
Anschließend stimmte Dekanatskantorin Judith Traulsen mit dem Mit-Mach-Lied „aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen miteinander umzugehen“, auf das Jahresmotto „Toleranz“ ein. Weitere musikalische Untermalung des Abends lieferte die Band „dIE fRISCHEN fiSCHE“, bestehend aus Pfarrer Hartmut Thumser, Arno Baum und Joachim Bolte. Wie vielseitig kulturell aktiv Pfarrer sein können, stellten auch Stephan Opitz, Bernhard Liess, Matthias Jokisch und Karl-Friedrich Wackerbarth als tiefsinniges und bissiges Kabarett-Quartett „PfarrerMangel“ unter Beweis.