Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk Rosenheim

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Was ist Zukunft in Zeiten von Corona?

Gerade im Gespräch mit älteren Menschen ist mir die Relevanz dieser Frage bewusstgeworden. Manche bedauern, dass eine lang geplante Reise oder die Geburtstagsfeier ausfallen musste. Die Konfirmation des Enkels zu erleben, das war noch ein Ziel. Und jetzt ist plötzlich ungewiss, ob man das noch erleben wird.

Wenn wir an Zukunft denken, bringen wir das meist mit unseren gesteckten Zielen, Plänen und Wünschen zusammen. Ich muss an eine Sendung im Fernsehen denken. Dort sind 80-Jährige auf Weltreise gegangen. Damit gingen für sie langgehegte Träume in Erfüllung, von denen sie nicht mehr dachten, dass sie Wirklichkeit werden.

Für mich liegt im Arbeiten an Zielen und Wünschen aber nicht nur Zukunft, sondern in gleichem Maße auch Vergangenheit. Denn unsere Träume und Pläne speisen sich aus unseren Erfahrungen, aus dem was war und nicht war. Und ob sie eintreten oder verwirklicht werden können, liegt nicht nur in unserer Hand. Es bleibt ein Stück weit unverfügbar. Das spüren wir im Moment stärker als sonst.

Für mich liegt Zukunft auch in dem, was unvermittelt in jeder nächsten Minute und in jedem Atemzug unseres Lebens geschieht. Jeden dieser Augenblicke dankbar anzunehmen und zu genießen, bedeutet für mich, Zukunft leben. Aus diesem Blickwinkel hat jede und jeder von uns Zukunft, unabhängig von Alter und Gesundheit. Wenn wir diese Perspektive einnehmen, können wir die Zeitspanne etwas relativieren. Von ihr heißt es in der Bibel: „Eines freilich dürft ihr nicht vergessen, liebe Freunde: Für den Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind für ihn wie ein Tag.“ (2. Petrusbrief, Kapitel 3, Vers 8)

Damit erinnert uns dieser Vers daran, dass jeder Moment im Leben unendlich wertvoll ist, ganz gleich wie lange er dauert.
Daher versuche ich immer wieder, mir den jahrtausendealten Rat des Predigers im Alten Testament in den Sinn zu rufen und mich daran zu halten. Er stellt fest: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.“ (Buch des Predigers, Kapitel 3, Vers 8)

von Dekanin Dagmar Häfner-Becker, publ. am 22. Mai 2020